Landwirtschaft dient allen!

In Fernsehen und Zeitungen ist immer wieder die Rede von katastrophalen Zuständen in großen Tierhaltungsbetrieben. Verunsicherung macht sich bei Ihnen, liebe Verbraucherinnen und Verbrauchern breit – und das können wir nachvollziehen.

Wer sind wir?

Wir sind die Landwirtinnen und Landwirte aus dem Rheingau Taunus Kreis. Wir arbeiten insgesamt auf 718 Betrieben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von kleineren Nebenerwerbsbetrieben, auf denen Landwirte neben Ihrem Hauptberuf nach Feierabend mit viel Leidenschaft Äcker bestellen und Tiere versorgen, bis hin zum modern geführten Familienbetrieb, der über die letzten Jahre stetig gewachsen ist und auf dem moderne Techniken schonend eingesetzt und die neusten Erkenntnisse aus Wissenschaft  zum Wohle des Tieres umgesetzt werden.

So unterschiedlich die Betriebe auch sind, haben sie doch alle eins gemeinsam:
Die Leidenschaft für Landwirtschaft. Und dazu gehört der vernünftige Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, Tieren und Böden.

Vernünftige, artgerechte, aber auch wirtschaftlich erfolgreiche Tierhaltung erfordert fundierte Fachkenntnisse, Erfahrung und Zeit.
Zeit, die wir Landwirtinnen und Landwirte uns für unsere Tiere nehmen.

Aus den Betrieben, die leider immer wieder negative Schlagzeilen in der Medienlandschaft machen, lassen sich nicht im Ansatz Vergleiche zur Landwirtschaft hier im Rheingau-Taunus-Kreis ziehen. Das beginnt schon bei der Größe der Betriebe:

Während in den größten Schweineanlagen bis zu 20.000 Tiere stehen und oftmals von bezahltem Personal betreut werden, werden im gesamten Rheingau-Taunus-Kreis 7.652 Schweine, sprich Sauen und Masttiere, gehalten (Stand 2013).

Und zwar von 59 Betrieben. Diese teilen sich auch hier in größere Betriebe mit bis zu 1.800 Tiere und in kleinere Betriebe auf, die jedoch alle Familienbetriebe sind. Oftmals sind auf den Familienbetrieben mehrere Generation noch immer im Betrieb tätig. Dadurch rücken Werte wie Erfahrung, Wertschätzung und Bodenständigkeit jeden Tag in den Mittelpunkt.

Die Betriebe im Rheingau-Taunus Kreis sind modern, doch im Bundesdurchschnitt relativ klein. Ein Indikator für die Viehdichte einer Region gibt die Einheit GV/ha "Großvieheinheiten pro Hektar Agrarfläche". 1 GV entspricht rund 500 Kg Lebendgewicht, sprich eine ausgewachsene Kuh. Für ein Mastschwein (ca. 120 Kg) nimmt man also 0,12 GV an.

Überträgt man diese Einheiten nun auf die aktiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche im Rheingau-Taunus-Kreis (16.000 ha), erhält man 0,25 GV/ha.
Um es zu verdeutlichen: Auf einen Hektar kommen zwei Mastschweine oder ein Zuchtschwein. Viehstarke Regionen im Norden Deutschlands kommen auf teilweise auf 7,1 GV/ha (LK Damme, Jan. 2014).

Um nachhaltig und schonend Futter anzubauen und Gülle zu entsorgen, sind in der konventionellen Landwirtschaft als Richtwert 2 GV/ha vorgegeben, in der ökologischen sogar nur 1 GV/ha. Im Rheingau-Taunus Kreis ist der Viehbesatz so gering, das sogar nur ¼ des Richtwerts für ökologischen Landbau erreicht wird!

Eine Überdüngung und somit Beeinträchtigung des Grundwassers kann somit in unserem Kreis ganz klar ausgeschlossen werden!

Die 11.000 ha Ackerfläche bieten vielfältige Anbaumöglichkeiten. Hier prägen vor allem Marktfrüchte wie Getreide und Raps, ferner auch zu geringen Teil Mais das Landschaftsbild.

Tierhaltende Betriebe profitieren von guten Getreideerträgen: Sie müssen das Futter für ihre Tiere nicht auf dem Weltmarkt kaufen, sondern produzieren es direkt vor ihrer Haustüre.

Da beispielsweise Wintergerste und Weizen in Futterrationen für Schweine bis zu 80 % ausmachen können, kommt somit der Großteil der Futtermittel aus eigenem Anbau. Zusätzliche Futtermittel werden bei nahegelegenen Landhändlern eingekauft, die genau wie die Landwirte selbst  verschiedenen Qualitätssicherungsprogrammen unterliegen und regelmäßig kontrolliert werden. Qualität ist das A und O, und somit sind die Handelsbeziehungen  über Jahre zu Vertrauensverhältnissen herangewachsen. 

Moderne Schweineställe sind nach den neusten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung gebaut worden und werden auch danach tagtäglich betrieben. Durch Kühlsysteme im Sommer und Heizungen im Winter, durch intelligent gesteuerte Ab- und Zuluft Systeme, helle Bauweise und Bewegungsfreiraum bieten sie Schweinen Lebensbedingungen, in denen sie sich „Sau-Wohl“ fühlen. Und das ist auch das Ziel aller Tierhalter, denn Schweine die sich wohl fühlen müssen nicht durch den Tierarzt behandelt werden und ziehen viele Ferkel groß. Dazu trägt vor allem die moderne Technik in den Ställen bei.

Vier Wochen nach der Geburt werden die Ferkel von den Muttertieren getrennt und in entsprechenden Gruppen bis ca. 25 Kg gemästet. Dies alles geschieht in einem Betrieb.

Erst dann werden die jungen Ferkel an einem Mastbetrieb verkauft, der sie in kleinen Gruppen bis zu einem Gewicht von 120 kg aufzieht. Wir können uns glücklich schätzen, dass sich in direkter Nachbarschaft zu unserem Kreis ein zertifizierter EG Schlachthof befindet. Die Wege vom Mäster zum Schlachthof bleiben somit überdurchschnittlich gering, und die Schweine werden schonend transportiert.

Die Landwirtschaft im Rheingau-Taunus Kreis ist modern und vielfältig. Durch gut ausgebildete Landwirte und moderne Technik werden bei uns Nahrungsmittel von höchster Qualität produziert. Das liegt zum einen an uns Landwirten, die wir den Betrieb nun schon in viele Generationen führen und unsere Tiere und Böden wertschätzen.
Zum anderen liegt es an unserer Struktur, die sich durch ein vernünftiges Verhältnis zwischen Tierhaltung und Ackerbau sowie durch kurze Produktionswege auszeichnet. Durch unsere Arbeite tragen wir jeden Tag dazu bei, dass sich dies auch in Zukunft nicht ändert. 

Sie können dies auch tun, indem sie der Landwirtschaft und deren Produkten aus unserer Region weiterhin offen stehen und sich nicht verschließen.

Ihre Landwirtinnen und Landwirte aus dem Rheingau-Taunus-Kreis.